Fotoprojekt Emscher Zukunft 2010

bis 12.01.2011 Fotoprojekt Emscher Zukunft 2011
TRANS/FORM – RENATUR ist das Thema für den neuen Aufruf zum BRIDGES Fotoprojekt Emscher Zukunft. Der Fotopreis der Emschergenossenschaft bietet Fotografen zwei Möglichkeiten der Teilnahme: Sie können zum Thema BILDSERIEN erarbeiten oder BILDKONZEPTE für eine geplante fotografische Arbeit einreichen. Teilnahmeunterlagen zum Download:
http://www.bridges-projects.com

 

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BRIDGES Fotoprojekt Emscher Zukunft

Bewerbung bis 12.01.2011

Seit 2005 lädt die Emschergenossenschaft dazu ein, sich künstlerisch mit dem Emscher-Umbau und der Entwicklung des Emschertals auseinanderzusetzen. Transformation – neue Perspektiven orientiert an alten Vorbildern: Gestaltet bzw. formt die Renaturierung neue, bisher nicht erfahrene Lebensräume oder werden ursprüngliche Formen wieder geschaffen – die Sichtweise auf die Transformation kann zukunftsorientiert oder rückblickend sein. Auf unterschiedlichste Weise empfinden und erleben die verschiedenen Akteure der Region – Planer, Bewohner, Politiker sowie Künstler – diesen Wandel.

Fragen, die in den Ausschreibungsunterlagen des BRIDGES Fotoprojekt aufgeworfen werden, sind unter anderem: Versteht Renatur die Herstellung eines Ursprungszustandes? Wie nehmen die Menschen, die hier leben, den Umbruch wahr – wie setzen sie sich mit ihrem eigenen Lebensraum auseinander? Die Möglichkeiten der fotografischen Auseinandersetzung mit dem vorgegebenen Thema sind unbegrenzt: Sie kann beobachtend, kommentierend, provozierend, objektiv oder subjektiv sein, abstrakte oder konkrete Perspektiven einnehmen.

Preise
Als Preisgeld für die Bildserien stehen 15.000 Euro zur Verfügung. Dieser Betrag kann von der Jury auf bis zu fünf Bildserien verteilt werden. Neben Bildserien können Bildkonzepte eingereicht werden, in denen die Idee für eine geplante fotografische Arbeit beschrieben wird. Für Bildkonzepte stehen insgesamt 5.000 Euro zur Verfügung mit denen bis zu zwei Arbeiten gefördert werden können.

Jury
Die Arbeiten werden von der Jury auf ihre künstlerische Qualität und ihre Auseinandersetzung mit dem Thema hin anonym bewertet.

Teilnahmeformulare zum Fotowettbewerb unter:
http://www.bridges-projects.com

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Fotoausstellung: BRIDGES Fotoprojekt Emscher Zukunft 2010

bis 26.09.2010 Dortmund – Pumpwerk Evinger Bach

Fotoprojekt Emscher Zukunft 2010 Zu sehen sind die fünf prämierten Bildserien der diesjährigen Preisträger sowie die umgesetzten Konzeptideen zum Thema DESTROY/CREATE, „Formation/Konstruktion“ von Nicolas Wollnik und „Migrantengärten – Industriewälder“ von Tomek Mzyk, die im letzten Jahr zur Umsetzung gefördert wurden.

Eine große Rauminstallation aus 45 großformatigen Kuben an Metallschnüren überspannt den Pumpenraum im Dortmunder Pumpwerk Evinger Bach. Die Halle ist von gigantischen Rohren durchzogen, schmale Gehsteige führen durch das Rohrgewirr. Auf den Kuben sind die Fotoarbeiten der diesjährigen Preisträger des Fotoprojekt Emscher Zukunft angebracht.

Um die schwebenden Fotoserien zum Thema „US/THEM – Nähe und Distanz“ betrachten zu können, müssen die Besucher ihren Standpunkt wechseln, ihre Perspektive verändern.

Das BRIDGES Fotoprojekt Emscher Zukunft der Emschergenossenschaft, das sich mit dem Emscher-Umbau und der Umstrukturierung der Region künstlerisch auseinander setzt, findet bereits zum fünften Mal statt. Es ist mit insgesamt 20.000 dotiert. Die fünf prämierten Fotoserien wurden zu gleichen Teilen mit insgesamt 15.000 Euro bedacht, die zwei Konzeptideen sind mit insgesamt 5.000 Euro dotiert.

Die Perspektiven, die die Künstler in ihren Arbeiten einnehmen, unterscheiden sich zwar stark voneinander, Grundtenor aller Arbeiten ist jedoch der Strukturwandel und der Umgang mit diesem. Die Annäherungen reichen von dokumentarischen bis hin zu künstlerisch-abstrakten Herangehensweisen. So hält Christian Diehl in seiner Fotoserie „Vortrieb“ das Voranschreiten des Abwasserkanals fest, stellt die mit Staub und Dreck bedeckte Technik in den Vordergrund und die Tunnelbauer, die in der Dunkelheit zielgenau den regenwurmähnlichen Kanal unter den Wohngebieten und den Autobahnen durch das Erdreich fräsen.

Daniel Hofer hingegen dokumentiert in seiner Fotoserie „Sunday Morning“ Gemeindemitglieder einer ghanaischen Pfingstgemeinde, die sich im Industriegebiet, auf dem ehemaligen Gelände eines Bergbauzulieferers, allsonntaglich zu ihren Bibeltreffen und Gottesdiensten versammeln: Bunte Gewänder und hübsch zurechtgemachte Kinder dominieren die Aufnahmen des in Berlin tätigen Düsseldorfers.

Hendrik Lietmann nimmt die Erneuerung der Lärmschutzwände zwischen Wattenscheid und Dortmund zum Anlass für seine Fotoserie „Lärmschutzwände an der A40“. Der Fotograf sucht gezielt die Lücken im Kontinuum der Wände, um das Dahinter wie ein bühnenartiges Bild – mit der Mauer als Vorhang – aufzuzeigen.

Das Fotografenduo Tania Reinicke & Ekkehart Bussenius setzen sich mit Jugendlichen aus Dortmund und der serbischen Partnerstadt Novi Sad und deren Beziehung zum Begriff „Heimat“ auseinander. Ihre Fotoserie „Heimatgeschichten – Homestories“ arbeitet die Ähnlichkeiten des Heimatbegriffs der jungen Erwachsenen fotografisch heraus, der in Novi Sad durch den jahrelangen Krieg, in Dortmund durch einen umfassenden Strukturwandel geprägt ist, so dass nicht mehr unterschieden werden kann, welche der Fotografien in Dortmund und welche in der knapp 1500 Kilometer entfernten Partnerstadt entstanden sind.

Daniel Müller Jansen führt in seiner Serie „Diffuse Vertrautheit“ zwei unterschiedliche Stadtlandschaften zusammen: Industriekomplexe und Wohngebiete entlang der Emscherperipherie. Die Industrie tritt diffus und verschwommen in den Bildhintergrund und lässt der realen und lebendigen Wohngegend den Vorrang. Wie eine allgegenwärtige und doch blasse Erinnerung wirkt die Industrie in Müller Jansens Fotografien.

Außer den Bildserien wurden zwei Konzeptideen ausgezeichnet, die nun umgesetzt werden und im Rahmen einer kommenden Ausstellung des BRIDGES Fotoprojekt Emscher Zukunft ausgestellt werden: Benjamin Zibners Bildkonzept „Ansonsten abhängen“ befasst sich mit dem Moment des Übergangs von der Adoleszenz hin zum Erwachsensein. Im Mittelpunkt stehen Gestik, Ausdrücke, spezifischen Handlungen und der bestimmte Habitus den Jugendliche – vorwiegend in der Zeit des Übergangs – an den Tag legen. In diesem Prozess der Indentitätsfindung und der Reifung der Persönlichkeit sieht Zibner die Parallelen zur Umstrukturierung der Emscherregion: Für beide Protagonisten gilt es, sich neu zu definieren.

Auch Benito Barajas fasst in seinem Bildkonzept das Thema des diesjährigen Fotoprojekts auf: „Transiträume im Ruhrgebiet – Paradoxie zwischen Nähe und Distanz“. Ein und dasselbe Objekt erscheint durch seine Linse nah und vertraut, um in einer weiteren Fotografie kalt, distanziert und leblos zu erscheinen. das Spiel mit Nähe und Distanz bezieht er dabei auf Alltagsräume und Passagen.

Die inzwischen fertig umgesetzten Bildkonzepte des BRIDGES Fotoprojekt Emscher Zukunft 2009 zum Thema DESTROY/CREATE sind 2010 in die Sammlung des Fotoprojekts aufgenommen worden und im Rahmen der diesjährigen Ausstellung im Pumpwerk ebenfalls zu sehen: Prämiert war Nicolas Wollnik mit seinem Konzept „Formation/Konstruktion“ und Tomek Mzyks „Migrantengärten – Industriewälder“.

Zur diesjährigen Jury gehörten:
Prof. Joachim Brohm – Rektor der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig
Ulrich Carow – Regionalverband Ruhrgebiet, Bereichsleiter Umwelt
Dr. Gregor Jansen – Künstlerischer Leiter der Kunsthalle Düsseldorf
Prof. Dr. Katharina Liebsch – Goethe Universität Frankfurt am Main, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften
Anke Reitz – Kuratorin des Musée The Family of man, Château de Clervaux, Luxemburg
Markus Schaden – Foto- und Designbuchverlag Schaden, Köln
Dr. Sigrid Schneider – Leiterin Fotoarchiv Ruhrmuseum
Prof. Elke Seeger – Folkwang Hochschule Essen
Dr. Jochen Stemplewski – Vorstandsvorsitzender Emschergenossenschaft
Ingo Taubhorn – Kurator des Hauses der Photographie, Deichtorhallen, Hamburg

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BRIDGES Fotoprojekt Emscher Zukunft
Mit BRIDGES Fotoprojekt Emscher Zukunft hat die Emschergenossenschaft ein Projekt ins Leben gerufen, das seit 2005 Fotografen dazu einlädt, sich künstlerisch mit dem Wandel und der Entwicklung des nördlichen Ruhrgebiets auseinander zu setzen.
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